Es gibt Momente im ersten Job, in denen du genau weißt, dass du etwas sagen solltest – und nichts kommt. Der Ausbilder hat keine Zeit für dich. Du hast die Erklärung vergessen. Du hast einen Fehler gemacht und niemand weiß es noch. Du sollst länger bleiben, kannst aber nicht.
Für solche Momente helfen Sätze, die man vorher einmal gesehen hat. Nicht, um sie auswendig aufzusagen – sondern damit du im Kopf eine Vorlage hast, die du an die Situation anpasst. Die acht Sätze hier sind Beispiele, keine Skripte. Pass Anrede und Wortwahl an deinen Betrieb und an die Person an. Was sie gemeinsam haben: Sie sagen, was du weißt, was du nicht weißt und was du brauchst – ohne Rechtfertigung und ohne Drama.
1. „Ich kenne die Regel hier noch nicht – wie macht ihr das?“
Jeder Betrieb hat Regeln, die nirgends stehen: wann Pause ist, ob man Du sagt, wer zuerst gefragt wird. Dieser Satz holt dir eine davon, ohne dass du sie erst brechen musst. Er sagt: Ich weiß, dass es eine gibt, und ich frage lieber, als zu raten.
2. „Entschuldigung, ich habe heute viele Namen gehört – wie war deiner nochmal?“
Der Satz, der in der ersten Woche jedem verziehen wird – und in der dritten schwerfällt. Nutz das Zeitfenster.
3. „Ich sehe, dass gerade viel los ist. Gibt es etwas, das ich mir in der Zwischenzeit anschauen kann?“
Wenn niemand Zeit für dich hat, ist Herumstehen die schlechteste Option. Dieser Satz nimmt dem Ausbilder die Entscheidung ab, was er mit dir machen soll – und zeigt, dass du nicht auf Beschäftigung wartest.
4. „Damit ich es richtig mache: Du möchtest, dass ich … – stimmt das?“
Die Aufgabe in eigenen Worten wiederholen ist der billigste Fehlerschutz, den es gibt. Zehn Sekunden jetzt sparen eine Stunde später – und dem Ausbilder fällt sofort auf, wenn ihr aneinander vorbeigeredet habt.
5. „Du hattest mir das erklärt, ich habe den zweiten Schritt vergessen. Sagst du ihn noch einmal? Ich schreibe es diesmal auf.“
Ehrlich, ohne dich klein zu machen – und mit Zusage. Das „Ich schreibe es diesmal auf“ ist der Teil, der den Satz trägt: Er zeigt, dass es nicht ein drittes Mal nötig sein wird.
6. „Ich habe einen Fehler gemacht: … Ich habe noch nichts unternommen – soll ich … oder machst du das?“
Das ist die Fehler-Formel in einem Satz: Was passiert ist, was der Stand ist, was du als Nächstes vorschlägst. Wer so meldet, bevor es jemand anderes tut, bekommt beim ersten Mal in der Regel Verständnis. Wer vertuscht, bekommt es nicht – auch wenn der Fehler klein war.
7. „Verstanden – das muss anders werden. Was genau stört, damit ich es beim nächsten Mal treffe?“
Kritik annehmen heißt nicht, sich zu rechtfertigen – und auch nicht, alles zu schlucken. Dieser Satz macht aus einer Beurteilung einen Arbeitsauftrag. Du bekommst ein konkretes Beispiel statt eines Gefühls, und die andere Seite merkt, dass du es umsetzen willst.
8. „Heute kann ich bis … bleiben, dann habe ich … Reicht das – oder soll ich stattdessen morgen früher kommen?“
Ja mit Grenze, Nein mit Alternative. Du bleibst nicht grenzenlos, und du lässt den Ausbilder nicht mit dem Problem allein. Das ist der Unterschied zwischen „Ich kann nicht“ und „So geht es“.
Keiner dieser Sätze ist unterwürfig, keiner ist ein Angriff. Sie beschreiben die Lage, sie machen eine Zusage oder einen Vorschlag, und sie lassen der anderen Seite die Entscheidung. Genau das ist es, was Ausbilder und Teamleiter an Neuen schätzen – nicht, dass sie alles wissen, sondern dass man mit ihnen reden kann.
Zwölf weitere Sätze stehen im Buch: für Kritik vor anderen, für Aufgaben, die nichts mit der Ausbildung zu tun haben, für Lästerrunden, für den Konflikt mit einem Kollegen – und für den Moment, in dem du zum ersten Mal eine Zahl fürs Gehalt nennen sollst.
Mehr davon: das Buch zum Berufsstart
Die acht Sätze stammen aus dem Bonus-Teil von „Die ungeschriebenen Gesetze im Job“ – dem Ratgeber von MindOnDigital für Ausbildung, Studium und Berufseinstieg. Dort findest du alle zwanzig Sätze, dazu die Situationen, aus denen sie kommen – und jede Situation von beiden Seiten: aus Sicht des Neuen und aus Sicht dessen, der ihn ausbildet.
„Ich sehe, dass gerade viel los ist. Gibt es etwas, das ich mir in der Zwischenzeit anschauen kann?“
Was passiert ist, was der Stand ist, was du vorschlägst – und zwar bevor es jemand anderes bemerkt.
Ja mit Grenze, Nein mit Alternative: bis wann du kannst, und was du stattdessen anbietest.
Gratis: Spickzettel + Jahreskalender 2027 (Excel & PDF)
Als Spickzettel zum Ausdrucken oder fürs Handy. Trag deine E-Mail-Adresse ein: Nach der Bestätigung bekommst du den Spickzettel, dazu den Jahreskalender 2027 als Excel und PDF, und etwa einmal im Monat eine Mail mit einem Satz für eine schwierige Situation im Job.